Bisher habe ich immer meinen Überlegungen eine bescheidene Einleitung vorangestellt: „Dabei möchte ich nicht falsch verstanden werden, meine Vorschläge sind immer nur als Denkanstöße außerhalb der Reihe gedacht.... Aber meine Aufgabe ist es nicht, ausgetretenen Pfaden zu folgen, sondern hin und wieder kräftig gegen den Strom zu schwimmen, auch wenn die Aussicht auf einen Erfolg in der Regel realistischer Weise gering eingeschätzt werden muss.“
Davon möchte ich diesmal zumindest in zwei Punkten abweichen und unmissverständlich für meine Vorschläge plädieren:

  1. Bis heute hat die Stadtplanung (von Lüpke, Cunitz) hinsichtlich des Loches an der Hauptwache nichts Sinnvolles hervorgebracht. Nicht zuletzt, weil eine einfache, phantasielose Deckelung hinsichtlich der Lüftung und Fluchtwege problematisch und teuer sein wird. Warum nimmt man jetzt nicht endlich meinen Vorschlag „Überdachung des Loches mit einer transparenten Pyramide aus Glas oder einem anderen Leichtbaustoff analog der Eingangspyramide vor dem Louvre“, meinetwegen um auch den letzten Skeptiker zu überzeugen mit einer Realsimulation der Pyramide, d.h. mit einem mit durchsichtigen Planen bedeckten Gerüst, als Vorlauf. So etwas hat sich ja bei der Visualisierung des Neubaus des Berliner Schlosses und der kürzlich erfolgten Errichtung des ASRM-Zukunftspavillons zwischen Roßmarkt und Goetheplatz hervorragend bewährt. Die Kosten dafür sind absehbar und werden wahrscheinlich sogar geringer ausfallen als die der beiden zuvor genannten Beispiele.
  2. Und mein Vorschlag die Konstablerwache in einen arkadengesäumten Platz ähnlich der Plaza Mayor in Salamanca umzuwandeln bedeutet nicht, dass dann morgen der Wochenmarkt verschwinden muss. Nein, im Gegenteil es wird im besten Fall 10 wahrscheinlich aber mindestens 15 Jahre dauern, bis die hässliche nördliche und südliche Randbebauung der Konstablerwache durch entsprechende Neubauten ersetzt worden ist, bevor das Podest um (nur) zwei Stufen tiefer gelegt werden wird und die übrige Platzfläche um zwei Stufen erhöht ist. Und wichtig: Man sollte die Diskussion um die städtebauliche Umgestaltung der Konstablerwache nicht am falschen Ende beginnen, denn der Umbau/die Anpassung der Untergeschosse des Bienenkorbhauses ist erst der Schlussstein in diesem Prozess, lange genug Zeit, ca. 20 Jahre, für den Besitzer Nutzen (Geschossflächen-Gewinne durch das Vorziehen der Untergeschosse bis auf die Straßenflucht Fahrgasse/Gr. Friedberger Straße) und Kosten gegeneinander abzuwägen, sofern das Bienenkorbhaus nicht bis dahin längst von einem anderen Investor übernommen worden ist. Letztlich ist daher zur Zeit nichts anderes zu tun als einen Bebauungsplan und eine Gestaltungssatzung für die Konstablerwache zu erstellen.

Wenn Sie sich schließlich auch noch meine Ausführungen zum Weltkulturenmuseum, dem Park und Ride Parkplatz bzw. Neubaugebiet Heerstraße/Steinbach sowie zur Schwedler Fußgängerbrücke ansehen würden, wäre ich erfreut.

Mit freundlichen Grüßen

Wolf-R. Ruppert, November 2016